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Dieser Judo Verein liegt auf dem Schulgelände des „blista“ – wo ist die „blista“ zu finden? In erster Linie im Internet und dann natürlich in  Marburg. Wie kam ich dazu? Durch einen Artikel im Judo-Magazin, den Herr Marcus Z. geschrieben hat. Ich nahm Kontakt mit diesem Autor per Mail und Telefon auf.

Er erzählte mir, dass er eine Judogruppe mit Sehbehinderten leitet im Verein „Sportfreunde Blau-Gelb Marburg e.V.“. Ich musste gleich an meinen Sohn Merlin G. denken, dass er mal unter Seinesgleichen üben könnte. Merlin trainiert seit Jahren beim „VfL Tegel 1891 e.V.“ so gut er kann. Gesagt getan, sind wir nach Hessen / Marburg gefahren, um uns dort alles anzusehen.

Am Dienstag um 17:30 Uhr ging das Training los. Merlin hat mitgeholfen beim Mattenaufbau, anschließend war Trainingsbeginn mit der Begrüßung. Die Begrüßung war aber nicht nur „Rei“, sondern jedes Kind musste aufstehen und seinen Namen laut sagen. Ich fragte mich, warum dies die Kinder machten, bis mir eingefallen ist, dass auf der Matte ja auch Sehbehinderte sind. Zur Erwärmung sollten die Judokas ein paar Runden laufen. Es fiel das Kommando: „Die Sehenden nehmen sich einen Nichtsehenden“. Merlin blühte auf und sah das erste Mal, wie blinde Judokas sich auf der Matte bewegen. Es ist ein großes Helfen untereinander, sie zeigen mit den Füßen den Mattenrand, sie rufen oder machen laute Geräusche. Die Blinden bleiben auf der Matte stehen und warten oder rufen ihren Partner. Nach der Erwärmung ging es los mir der Fallschule. Einmal quer über die Matte. Judotechniken werden so erklärt, dass die Sehbehinderten es fühlen, wie man steht oder welche Technik man macht.
Mittwoch sind wir in der Nähe von Frankfurt am Main zu einem Wettkampf gefahren. Merlin war aber nur Zuschauer. Ich erfuhr dort, dass die Wettkampfregeln verändert worden sind, aber dies ist ein anderes Thema. Wir schauten interessiert zu, wie Sehbehinderte mit Sehenden kämpften. Die Wettkampfleitung hat darauf hingewiesen, dass Sehbehinderte mitmachen und dass sie in Kumi-Kata (also mit aufgenommener Standard-Faßart) beginnen und auf die Matte geführt werden. Es ist interessant, wie Nichtsehende  mit Sehenden kämpfen – aber ich denke, dass die Nichtsehenden es ein wenig schwerer haben.
Am Donnerstag war noch mal ein Training, wo zu 90% Sehbehinderte auf der Matte waren. Die Kinder haben sich vorbereitet für die Kyu-Prüfung. Sie lernen es ein wenig anders, da sie fühlen, wo was ist. Sie gleiten mit ihren Händen über die Körperteile und tasten alles ab.

 
Manuel G.

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